Endlich wieder Vollkornbrot!

Als Vorgeschmack auf unsere baldige Heimkehr war die letzte Woche sehr europäisch geprägt. Nach unsere verqueren Einreise nach Laos verbrachten wir in Pakxe nur wenige Tage.

Wir mieteten uns ein „Motorrad“, also einen etwas größeren halbautomatischen Roller, um einen Tagesausflug auf das nahegelegene und für seinen Kaffeeanbau bekannte Bolaven-Plateau zu machen. Das Mieten an sich war wieder mal kein Problem, außer dem Reisepass als Pfand und einer Unterschrift, mit der man sich für alles erdenklich Möchliche selbst verantwortlich macht, wollte die nette junge Dame (von Haus aus Masseurin) nichts sehen.

So machten wir uns auf den Weg nach Pakxong, wo wir den laut Reiseführer „im besten Sinne kaffeeverrückten“ Holländer Cornilius besuchen wollten, der anscheinend eine ganze Menge über Kaffee weis. Nach ca. 25km, also genau auf der halben Strecke zwischen den beiden größeren Städten, mitten im Niemandsland, verabschiedete sich plötzlich die Luft aus unsem Hinterreifen. Zum Glück konnten wir auf unseren ausgezeichneten Laotischkenntnisse zurückgreifen und uns so den Weg zum nächsten Hobbymechaniker erklären lassen. Vorbei an den grinsenden Dorfbewohnern schoben wir also unser Moped einen Kilometer weit und machten uns schon auf die saftige Rechnung gefasst, die man uns in unserer hilflosen Situation sicherlich präsentieren würde.

Der Mechaniker stellte sich dann als ausgesprochen freundlich heraus und mithilfe von Händen, Füßen und unserem Wörterbuch konnten wir uns während der Reparatur sogar nett mit ihm unterhalten. Nachdem er uns für 2€ einen neuen Luftschlauch in der Nachbarschaft besorgt hatte, verlangte er für die halbstündige Reparatur 50ct. und wünschte uns viel Glück für die Weiterfahrt. Nach dieser Aktion kamen wir dann ohne weitere Zwischenfälle bei Mr. Coffee an, wo wir erst mal mit einem uuuunglaublich starken schwarzen Kaffee empfangen wurden. Bei einem weiteren Kaffee erzählte der Besitzer ein wenig von sich und den Kaffeeplantagen seiner Frau, auf denen er informative Führungen anbietet. Die Tour begann mit einem Platzregen und zwei Tassen Kaffee, um die Zeit zu überbrücken. Danach ging es auf die Plantage, wo wir lernten, dass die meisten Plantagen in Laos von einzelnen Familien in kompletter Handarbeit bewirtschaftet werden, wie wichtig Schattenbäume für das Aroma des Kaffees sind und dass die Ernte eines Kaffeebaums etwa 750g geröstete Kaffeebohnen ergeben. Weil wir so begeistert waren und schon alle einen ordentlichen Koffeinrausch hatten, zeigte uns Cornilius im Anschluss noch, wie man Kaffeebohnen im Wok röstet. Die Bohnen machen während der verschiedenen Röststadien verschiedene Knallgeräusche, die von Popcorn bis Feuerwerk variieren. Das wahre Geheimnis einer guten Röstung ist aber das Kühlen der Bohnen an der Luft! Zum Abschluss tranken wir dann noch eine Tasse selbstgerösteten Kaffee und verabschiedeten uns wieder nach Pakxe, um noch vor dem Feierabendverkehr anzukommen.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf zum letzten Grenzübertritt der Reise zurück nach Thailand. Da wir am zu Beginn der Reise eigentlich nur Bangkok und Chiang Mai gesehen haben, wollten wir jetzt nochmal gemütlich durch den Nordosten Thailands, den Isan, Richtung Bangkok reisen. Erste Station war bei Gerhard und Rattana in Roi Et. Gerhard ist ein ehemaliger Lehrer an Olis alter Schule, der mit seiner Frau letzten September alle Zelte in Deutschland abgebrochen hat und in den Isan gezogen ist. Die Gegend um Roi Et ist sehr untouristisch, was schon daran zu erkennen ist, das unser Reiseführer kein Wort darüber verliert. Da wir aber unseren privaten Reiseführer hatten, war das kein Problem. Gerhard besitzt zwei Motorräder (diesmal richtige), auf denen wir interessante Tagestouren unternahmen. Gleich beim ersten Ausflug zu einem schönen nahegelegenen Tempel bekamen wir die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Thais zu spüren, als uns ein paar ältere Damen, die gerade zu Mittag aßen, spontan einluden, mitzuessen. Dank der Thaikenntnisse von Gerhard wurden die Damen sehr gesprächig, was die Zeit sehr unterhaltsam machte.

Kulinarisch wurden wir bei Gerhard wieder auf Deutschland eingestimmt, da er uns mit Schwarzbrot, Salami, Mozzarella und Bratwürsten verwöhnte. Im örtlichen deutschen Restaurant erfuhren wir bei Schnitzel, Pommes und Weißbier so einiges über die politische Situation des Landes, über die Schwierigkeiten, vor die Einwanderer gestellt werden und über die kulturellen Besonderheiten der Thais. Nach drei interessanten Tagesausflügen mit viel engerem Kontakt zur Lokalbevölkerung als bisher mussten wir uns leider wieder verabschieden und unsere Reise Richtung Süden fortsetzen.

Unsere nächste Station war Korat, das touristisch nicht viel zu bieten hat. Zu allererst haben wir uns phänomenal verlaufen, bis wir an einer Bushaltestelle nach dem Weg gefragt haben und uns einer netter Herr ohne Englischkenntnisse und ohne weiteren Kommentar hinter sich hergewunken hat. Er führte sich erst einmal zu sich nach Hause, von wo er uns mit seinem Tuk-Tuk-ähnlichen Gefährt, mit dem er normalerweise Essen verkauft, zu unserem Hotel fuhr. Natürlich informierte er auf dem Weg die gesamte Nachbarschaft über die blöden Farangs, denen er aus der Patsche helfen musste. In dieser Gegend bleiben wir bestimmt ein paar Tage Dorfgespräch…

Zum Abendessen suchten wir aus den im Reiseführer vorgeschlagenen Restaurants „Chaz Andy“ aus. Wir erwarteten eine gemütliche Bierkneipenatmosphäre. Was wir antrafen war ein gehobenes Restaurant mit Schweizer Spezialitäten, wo es Designerwasser aus Norwegen gab, die Kellner ständig die Cola nachschenkten und die deutsch- und englischsprachige Speißekarte keine Rechtschreibfehler hatte. Sehr lecker und angenehm, da konnte man sich glatt noch einen Erdbeereisbecher zum Nachtisch gönnen.

Heute sind wir auf einem Ausflug nach Phimai, wo es eine alte Khmer-Ruine zu bestaunen gibt, die als Vorbild für Angkor Wat gedient haben soll und die ehemals durch eine breite Straße mit ihm verbunden war. Das echte Highlight von Phimai ist jedoch Sai Ngam, eine Insel, die weitgehend von einem 350 Jahre alten Feigenbaum eingenommen wird. Ob es sich um einen einzigen Baum mit vielen Luftwurzeln oder um mehrere ineinandergewachsene Bäume handelt, können wir nicht erkennen, allerdings spielt es auch keine Rolle, da das ca. ein Fußballfeld große Gebilde sehr beeindruckend ist. Die Atmosphäre auf diesem kleinen Inselchen ist wie geschaffen, um diesen Blogeintrag zu schreiben…

Morgen fahren wir weiter nach Ko Samet, an das sich aufmerksame Blogleser vielleicht noch erinnern. Dort wollen wir nochmal ein paar Tage die Sonne genießen und unsere Bräune festigen, bevor für die letzte Woche wieder nach Bangkok reisen.

Aloha,

Oli und Marisa

 

 Cornilius – Mr. Coffee – beim Bohnenroesten

 

 Oli als Biker

 

 

Gruppenfoto nach gemeinsamem Essen im Tempel

 

Tod hinterm Baum – Total verquerer Skulpturengarten von einem total verqueren Moench

 

Riesendrache beim Bewachen eines Tempels

 

Seerosenidylle

 

Sai Ngam – „Wunderschoener Feigenbaum“

 

 

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