We love Cambodia

Erstens: Kambodscha ist geil.

Zweitens: Es gibt wider Erwarten doch schlimmere Arten zu reisen als im vietnamesischen Minivan.

Einen wunderschönen guten Tag aus Siem Reap,

die letzten Woche in Kambodscha war auf jeden Fall eine der eindrücklichsten unserer Reise. Nichtsahnend sind wir letzten Montag von Phnom Penh zum Strandurlaub nach Sihanoukville aufgebrochen. Zusammen mit unseren Schweizer Freunden machten wir uns auf die 5½ Stunden dauernde 4-Stunden-Fahrt. Wir quartierten uns in einem Guesthouse direkt am Strand, ein wenig abseits der Partymeile, ein und alles Zeichen waren auf ein paar Tage süßes Nichtstun am Strand ausgerichtet.

Und dann kam Aja.

Kaum saßen wir an der Strandbar zum Mittagessen, sprach uns ein redefreudiges kambodschanisches Mädel an, die sehr gut englisch sprach und uns freundlich und hilfsbereit über Sihanoukville erzählte.

Die nächsten Tage verbrachten wir zusammen am Strand. Wenn Aja und ihre Freundinnen/Cousinen Serom (von uns liebevoll in Crazy Girl umbenannt) und Saron uns gerade nicht die Nägel machen, Haare entfernen (Aua! Marco hätte fast geweint) oder massieren wollten, womit sie ihr Geld verdienten, saßen sie einfach so bei uns. Bei vielen Diskussionen, ob jetzt weiße oder braune Haut schöner sei, ob es wirklich nötig ist, sich mit vier Paar Socken, Jeans und zweit Sweatshirts vor der Sonne zu schützen und ob der bleiche 17-jährige Holländer auf der Nachbarliege nun ein Babyface hatte oder nicht, hatten wir die ganze Woche extrem viel Spaß. Ein Vorurteil über Kambodschaner, nämlich dass sie ständig singen, bestätigten die drei Mädels wieder und wieder mit ihren Wortfetzen amerikanischer Dancefloor-Mukke („Time to say Hellooooo“, „All day… all night… WHAT THE FUCK“).

Direkt am zweiten Abend lud uns Aja zu sich nach Hause zum Essen ein. So sind wir in eine Ecke der Stadt gekommen, die wir sonst nicht gesehen hätten und aßen mit der ganzen Familie, die sich um und auf dem Tisch versammelt hatte (für uns wurden extra Plastikstühle organisisert), „real Khmer food“: gebratenen Fisch, Gemüse und Reis. Seeehr lecker.
Ajas Familie lebt in sehr einfachen Verhältnissen in zwei Zimmern mit nackten Steinwänden und Wellblechdach ohne fließendes Wasser. Sie waren aber extrem gastfreundlich und haben sich förmlich überschlagen, uns ihr Essen und ihre spezielle „Fisch-in-Salat-wickeln-Methode“ zu zeigen.

Die folgenden Tage gingen wir öfters mit den Mädels Essen und Cocktails trinken. Dadurch kamen wir in den Genuss von typisch kambodschanischem Essen wie in der Schale gegrillte Muscheln und gegrilltem „Red Snapper“. Im Gegenzug waren die Kambodschanerinnen aber nicht bereit, westliches Essen zu probieren. Die Mutigste, Aja, knabberte gerade mal am Belag der Pizza. Genauso verschmähten sie alle Arten von Cocktails außer Vodka Red Bull, der ihnen, egal welche Mischung, grundsätzlich zu stark war.

Kurz gesagt, wir sind in Sihanoukville hängen geblieben. In der Zeit, die wir mit Aja, Serom und Saron verbracht haben, haben wir die drei besser kennen gelernt und auch einige Dinge über ihre nicht einfache Kindheit erfahren. Als wir nach einer knappen Woche mit dem Versprehen, wiederzukommen abgereist sind, ist uns der Abschied sehr schwer gefallen.
Auch von Marco und Fabienne mussten wir uns hier verabschieden, da die beiden noch mehr Zeit im Süden Kambodschas verbringen wollten.

Für Samstag haben wir uns Tickets für die 11-Stunden Fahrt nach Siem Reap gekauft.
Los ging es schon morgens um halb sieben, so dass wir damit gerechnet haben, spätestens um 19 Uhr in der Stadt bei den alten Khmer-Ruinen anzukommen.
Beim Buswechsel in Phnom Penh luden wir unser Gepäck in den bereitstehenden Bus nach Siem Reap, stellten dann aber fest, dass unsere Tickets erst für den eine Stunde später galten. Doch weil die gesamte Besatzung zu faul war, unser Gepäck wieder auszuladen, durften wir spontan mitfahren. Wir fanden uns sehr gewitzt, da wir ja nun eine Stunde früher ankommen würden, also so gegen 18 Uhr! Juhuu!

Um 20:10 Uhr ist unser Bus dann eine Stunde von Siem Reap enfernt liegen geblieben. Mist.
Ein paar wirklich gewitzte Einheimische sind sofort auf einen haltenden Bus aufgestiegen. Während wir noch unter den Beteuerungen unseres nicht-des-englischen-mächtigen Busfahrers, er könne den Bus sofort reparieren, überlegten, ob wir unser Gepäck aus der Ladeluke nehmen sollten, fuhr der zweite Bus aber leider schon wieder weiter.
Also mussten wir neben der Straße im Dunkeln und unter Moskitoattacken warten. Der Bus konnte nicht repariert werden. Natürlich. Dafür kam nach einiger Wartezeit ein Pickup, der die restlichen elf Reisenden auf seiner Ladefläche zum Zielort bringen sollte. Und das ist nun eine wirklich unbequeme Art zu Reisen. Zu elft, mit Gepäck (inklusive Reissack) auf die Ladefläche eines Pickups gequetscht, viel zu schnell nachts über die Straßen Kambodschas holpernd.

Statt also (wie geplant) um 19 h oder (wie gehofft) um 18 h sind wir um 21:40 h vor dem Guesthouse angekommen, wo wir den Tag mit Bier, Pizza und Gitarre gemütlich ausklingen lassen konnten.

Ab heute Abend dann wieder Kultur pur. Die alten Tempelanlagen von Angkor warten auf uns.

Genießt den Frühling und die Krokusse,

Marisa und Oli

P.S: Fotos werden noch nachgereicht. Wir hatten eine professionelle Fotografin angestellt, die Bilder werden zur Zeit noch überarbeitet.

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2 Antworten zu We love Cambodia

  1. Pasquale schreibt:

    LOL grüne fee … was nehmt ihr da für drogen?
    Ò.ó die war BLAU !

  2. Anne schreibt:

    hey Oli and Marisa!
    Great to see you are having a nice time in Cambodia!
    Where are you going next?
    I tried to email you Oli, but the email didn’t go through.
    Send me a mail!
    Cheers
    Anne

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