Goodbye Vietnam, Hello Cambodia

Sua-sdey!

Die letzte Woche war größtenteils nicht so spannend wie die bisherigen, was man schon daran sieht, dass wir nur 12 Fotos anstatt der sonst üblichen 200 geschossen haben.

Da das Wetter in Nha Trang alles andere als strandtauglich war, mussten wir anderweitig Beschäftigung finden. Beim Erkunden der Stadt stießen wir auf ein Schild, dass ein 3D-Kino bewarb. Auf die Frage hin, was denn am Abend gezeigt wurde, bekamen wir ein dickes Buch in die Hand gedrückt mit den Worten: „You choose.“ So kam es, dass wir uns für 1,50€ sowohl den Film als auch die Zeit im Kino selbst aussuchen konnten und wahrhaftig sogar noch ein Getränk im Preis inbegriffen war.

Nach ansonsten unspektakulären Chillertagen (mal abgesehen davon, dass wir im Restaurant mit der unfähigsten Bedienung der Welt waren) beschlossen wir, so schnell wie möglich nach Kambodscha weiterzureisen, dort auf freundlichere Menschen und eine angenehmere Atmosphäre zu treffen. Wir begaben und auf die Tagesreise nach Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals Sai Gon), wo wir endlich wieder auf brütende Sonne trafen. Schon morgens um 8 Uhr, als wir ein bisschen Tai-Chi-ler im Park stalken wollten, brannte die Sonne wie bei uns um die Mittagszeit im August. Es kam auch nur eine von uns auf die Schnapsidee, dass jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, Sonnencreme abzusetzen.

Nach einem Tag Reisepause in der Großstadt ging es wieder im Bus über die Grenze ins 250km entfernte Phnom Penh. Wie haben zwar für das Visum seltsamerweise kein Passfoto gebraucht (unser Busfahrer hat das für 3$ extra gemanaged), dafür wurden alle unsere Fingerabdrücke genommen und unsere Körpertemperatur gemessen. Im Bus lernten wir ein Schweizer Paar (Marco und Fabienne) kennen, mit denen wir seitdem unterwegs sind.

Jetzt sind wir also in Phnom Penh und schwitzen. Zum Glück haben wir eine Klimaanlage im Zimmer, so dass wir uns ab und zu  bei angenehmen 27°C abkühlen.

Gestern besuchten wir die Killing Fields und das Völkermordmuseum. Wie wir lernten, hat Kambodscha eine ähnlich tragische Geschichte wie Deutschland. In den Jahren des Pol Pot-Regimes (1975-1979) wurden innerhalb von 3 Tagen alle Städte Kambodschas evakuiert und aufs Land umgesiedelt, um einen Bauernstaat aufzubauen. Schulen und Krankenhäuser wurden umgehend geschlossen, Intellektuelle und sonstige Staatsfeinde ermordet. Als intellektuell galt schon, wer eine Fremdsprache beherrschte, eine Brille trug oder feine Hände hatte. In den vier Jahren des Regimes wurden 2mio. von 8mio. Kambodschanern getötet.

Der Besuch des Museums, das in einem ehemaligen Gefängnis eingerichtet ist, und der dazugehörigen Exekutionsstätten (heute Killing Fields) außerhalb der Stadt war sehr eindrücklich. Besonders die Fotos der Gefangenen, die vom Regime zur Dokumentation aufgenommenen wurden und heute zu Tausenden auf großen Stellwänden ausgestellt sind, hinterlassen ein beklemmendes Gefühl.

Eine schöne Seite von Kambodscha ist das Essen. Nach zwei Wochen Vietnam ist es eine echte Offenbarung. Gleich am ersten Abend gingen wir in eins der vielen Straßenrestaurants und, oh Wunder, das Essen schmeckt wieder richtig lecker. Obst ist hier schon deutlich reifer als im „kalten Norden“, wir haben uns direkt auf dem Markt mit Rambutan und Mangostan(s.Foto) eingedeckt und diese bei Livemusik genossen.

Kulinarisch getoppt wurde das Essen bereits am zweiten Abend, wiederum in einem lokalen Restaurant. Wir waren wirklich die einzigen Europäer im ganzen Lokal und nachdem die Bedienungen kaum Englisch sprachen, waren wir froh, dass wenigstens die Speisekarten ins Englische übersetzt waren. Oli und Marco wagten sich an ein Froschgericht, was (O-Ton) „Besser als Chicken“ und sicher nicht das letzte Frosch-Ma(h)l war. Nur kurz kam ein seltsamer Moment auf, als ein Paar Froschaugen aus dem Teller glotzten. Eine Überwindung war es auch, gebrauchte Papierservietten einfach auf den Boden zu werfen. Erst hatten wir, wie gewohnt, unseren Abfall auf dem Tisch auf einen Haufen gestapelt…damit waren wir aber wieder im ganzen Restaurant die Einzigen. Also haben wir beschlossen, uns anzupassen und einfach alles unter den Tisch fallen zu lassen. Komisches Gefühl.

Morgen geht’s es wieder weiter, erst einmal nach Sihanoukville an den Strand. Hoffentlich endlich bei Sonnenschein.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

 

Ho-Chi-Minh Stadt

 

Goodbye Vietnam …

 

Mangostan (links) und Rambutan (rechts)

 

Kambodschanische „Tankstelle“

 

 

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Eine Antwort zu Goodbye Vietnam, Hello Cambodia

  1. Pasquale schreibt:

    Hah ihr armen! ihr verpasst den Frühling in Europa :P, schön bei 5°-10° und den ersten Sonnenstrahlen des Jahres die Krokusse aufblühen sehen :D. Viele Grüße und nen Guten appetit (für Froschaugen etc…) aus dem Frühling 😀

    Pasquale

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