No Rice in Laos oder Warum FlipFlops die besten Wanderschuhe sind

Sabai Dee alle zusammen und schöne Grüße ins grausig-kalte Deutschland.

Hinter uns liegt eine ereignisreiche Woche in Laos. Erste Station war Luang Prabang, wo wir mit dem SlowBoat vor Anker gegangen sind. Luang Prabang ist die alte Königsstadt Laos und voll von Tempeln und Mönchen.

Wir haben es erst mal etwas ruhiger angehen lassen und sind zu Fuß durch die Altstadt flaniert, um Tempel anzuschauen. Als wir uns mit laotischen Kip eindecken wollten, wurden wir am Automaten erst einmal von einem nicht-uniformierten jungen Mann mit Maschinengewehr in der Hand grimmig angestarrt, worauf wir beschlossen, unauffällig weiterzugehen. Was war passiert? Ach, der Geldautomat wurde aufgefüllt. Auch gut.

Ansonsten hat Luang Prabang ein tolles „Fressgässle“ mit tollen vegetarischen Buffets für einen Euro all you can eat. Man muss nur genau wissen, wo man sitzen darf und wo nicht, da jeder Buffet-Tisch eigene, nicht markierte Sitzplätze hat und SEHR streng darauf geachtet wird, dass nicht mal ein Bier vom Nebenstand erworben wird. Wir haben es uns sogar angetan, den Wecker auf 5:15 Uhr (morgens) zu stellen, um die Mönchszeremonie zu sehen, für die Luang Prabang bekannt ist. Bei dieser buddhistischen Zeremonie gehen die Mönche im Gänsemarsch durch die Stadt. Auf dem Bürgersteig kniehende Gläubige spenden ihnen Reis, Bananen und andere Almosen um ihr Karma aufzubessern. Da die Zeremonie heilig ist, wird gebeten, Respekt zu zeigen und sich im Hintergrund zu halten. Leider mussten wir feststellen, dass die meisten sich wie Paparazzi verhalten und die Mönche aus ca. 30cm Abstand in ein Blitzlichtgewitter tauchen. Das war der erste Moment der Reise, in dem wir uns wirklich geschämt haben, in der Touristenschublade zu stecken.

Zwei Tage in Luang Prabang haben uns aber auch gereicht, vor allem als das Wetter gegen Ende schlechter geworden ist und wir den geplanten Ausflug zum Wasserfall abblasen mussten. Nächste Station war Ponsavanh mit der Ebene der Tonkrüge. Dorthin ging es mit dem Minivan, 200 km in ca 7 Stunden. Serpentinen und Schlaglöcher. Awesome. Aber auf der Fahrt haben wir wenigstens einige nette Traveller kennen gelernt, so dass die Fahrt nicht zu langweilig wurde. Als Sechsergruppe (aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Litauen) mussten wir nach der Ankunft in strömendem Regen erst einmal eine Übernachtungsmöglichkeit finden. Natürlich hat der Regen direkt ausgesetzt, sobalb wir die hatten. Am nächsten Tag haben wir, ohne unsere Führerscheine auch nur aus der Tasche zu ziehen, Motarräder gemietet um die Ebene der Steinkrüge zu erkunden. Hunderte von „Krügen“ wurden dort von einer Monolithenkultur aus bisher ungeklärten Gründen vergessen. Es können nicht alle Krüge besichtigt werden, nur wenige Flächen sind von Blindgängern aus dem Vietnamkrieg bereinigt. Was nur wenige wissen ist, dass Laos das meistbobardierte Land der Welt ist. Während des Krieges wurden pro Einwohner knapp eine Tonne Bombenmaterial abgeworfen, geschätzte 30 % sind als Blindgänger liegen geblieben, gefährden die Bevölkerung und behindern die Entwicklung.

Wieder mit dem Minibus (12 Sitze für 13 Personen) ging es weiter nach Vang Vieng, der Travellerhauptstadt des Landes. Alles erinnert ein bisschen an Ballermann; der Alkohol wird in Eimern ausgeschenkt, auf der Straße sieht man viele betrunkene Australier. Trotz diesem unschönen ersten Eindruck sind wir hier ein paar Tage länger geblieben als ursprünglich geplant. Die Umgebung ist traumhaft. Unsere Sechsergruppe hat auch hier wieder ein Guesthouse gefunden, das Platz für uns alle hatte. Am ersten Tag in der Stadt haben wir uns Fahrräder gemietet um die Umgebung zu erkunden. Die Berge sind aus Kalkstein und voller Höhlen, die man für jeweils 10.000 Kip frei erkunden kann. Ohne Taschenlampe kommt man allerdings nicht weit, elektrische Ausleuchtung ist nirgends zu finden. Unsere Tour hat uns an einer Organic Farm vorbei bis zur „Blauen Lagune“ geführt, einem kleinen Badeparadies mit klarem, kühlen Wasser.

Am zweiten Tag haben wir uns wieder zu einer Trekkingtour angemeldet, nachdem wir im Norden Thailands ja bereits so gute Erfahrungen gemacht hatten. In unserem Reiseführer steht zu den Touren „You get what you pay for“, weshalb wir uns nicht für die billigste Variante entschieden haben. Es hat sich auf alle Fälle gelohnt. Bei einem sechsstündigen Fußmarsch durch den Garden Eden zu viert, also Wir, ein rüstiger Japaner aus Vancover der mit seiner Frau die ersten Rentenmonate genießt und unser Guide, haben wir geschwitzt, wunderschöne Panoramen genossen, geschwitzt und einiges über die lokale Bevölkerung und ihre Bräuche gelernt. Darum wissen wir jetzt auch, warum FlipFlops die besseren Wanderschuhe sind.

Am dritten Tag in Vang Vieng, also heute, haben wir uns für eine Klettertour begeistert. Halbtägig nur, zum Einstieg. Von den ganzen sportlichen Aktivitäten der letzten Tage sind wir völlig außgepowert und fahren morgen weiter zur Haupstadt Vientiane. Angeblich kann man dort ausgezeichnet frittierte Insetkten speisen. Davon berichten wir euch nächste Woche wieder.

Keep cool und haltet die Socken trocken,

Oli und Marisa

 

Tempelanlage in Luang Prabang

 

Riesenkrug auf der Ebene der Tonkrüge

 

Die Blaue Lagune

 

Eingangshalle einer Tropfsteinhöhle

 

Dschungellandschaft beim Trekking

 

Marisa beim Klettern

 

Oli beim Klettern

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