Bangkok – City of Life

Hallo und herzlich Willkommen zum letzten Blogeintrag unserer Reise. Eigentlich wären wir jetzt schon im Flieger gesessen, wenn unser Flug nicht gecancelled worden wäre. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nachdem wir nach den ersten zwei Tagen unserer Reise Bangkok fluchtartig verlassen und uns in weniger quirlige Gegenden zurückgezogen haben, halten wir es jetzt schon seit über einer Woche hier aus. Bangkok ist eine Wahnsinnsstadt. Sobald man sich an die drückende Hitze, die fremden Gerüche und die unglaublich vielen dichtgedrängten Menschen gewöhnt hat, fängt man an, die Atmosphäre zu genießen.

Diesmal haben wir auch nicht den Fehler gemacht, ein Zimmer ohne Klimaanlage zu mieten, was sich besonders nachts auszahlt, da es nur auf zum Schlafen recht unangenehme 35°C abkühlt. Auch tagsüber bewegt sich hier alles langsamer, sodass wir gar nicht wissen, ob wir noch mit dem schnelllebigen Europa mithalten können…

Gleich am ersten Morgen haben wir den ultimativen Frühstücksstand entdeckt, an dem es das beste Müsli der Stadt gibt und dort zwei Deutsche getroffen, die uns eins der größten Einkaufscenter Bangkoks, das MBK, wärmstens empfohlen haben. Statt wie letztes Mal nach einem Tuk-Tuk oder Taxi Aussschau zu halten und für die Strecke 200 Baht (=5€) zu zahlen, beschlossen wir mutig, für 13 Baht eine Fahrt mit dem lokalen Bus zu wagen. Die Busse sind uralte Klappergestelle mit Holzfußboden (!) und darauf festgeschraubten Sitzen, die als Klimaanlage ganz altmodisch das geöffnete Fenster nutzen.

Das MBK ist wirklich riiiiiiesengroß. Es verteilt sich auf acht Stockwerke mit lauter kleinen, marktähnliche Ständen, an denen man von „iPhones“ über Kunsthandwerk bis zur Kleidung alles kaufen kann. Parken kann man bis in den sechsten Stock, in dem sich auch der Taxistand befindet. Gegen die „International FoodStreet“ wirkt die Freiburger Markthalle winzig. Ein gesamtes Stockwerk ist ein riesiges Testgelände für Klimaanlagen, in dem Filme gezeigt werden. Manche nennen es auch Kino. Also wirklich, sogar unser Reiseführer meint „bei einem Kinobesuch ist ein dünner Pullover angemessen“. Trotzdem haben wir uns einen Film angetan, nämlich die 3D-Animation „The Lorax“, ein wirklich nur zu empfehlender Film.

Gleich gegenüber waren – surprise, surprise – drei weitere Einkaufzentren, die alle Siam im Namen hatten (Kleine Bildungseinheit: So hieß Thailand früher. Aber keine Ahnung, was das mit den Zwillingen zu tun hat). Die mussten wir natürlich auch inspizieren. Im Keller gab es eine große Aquarienlandschaft, das Ocean World, mit unglaublich vielen Fischen, Quallen und sonstigen Meeresbewohnern. Danch hatten wir aber auch genug von Einkaufszentren.

Nachdem wir ja jetzt wussten, wie das mit den lokalen Bussen funktioniert wurde es aber auch schnell langweilig und wir stiegen um auf die Expressboote, die auf dem Fluss durch die Stadt heizen. Ab ging es nach China Town, das ihr euch ungefähr wie ein nicht enden wollender Allerlei mit ein paar schönen Tempeln zwischendurch vorstellen könnt. Es stimmt aber, dass die allgemeine Geschwindigkeit in China Town höher ist als in den thailändisch dominierten Vierteln, was wohl auch erklärt, warum die in Thailand ansässigen Chinesen als sehr geschäftstüchtig gelten und einen Großteil des Reichtums besitzen.

Witzigerweise – Bangkok ist ein Dorf – haben wir bei einem weiteren umwerfenden Müsli eine Kommilitonin aus Freiburg, Laura und ihre Freundin Steffi getroffen, die auch ein paar Wochen hier in der Gegend rumgereist sind. Die nächsten Tage verbrachten wir mit Fruchtshakes, gutem Essen und Cocktails aus einem zur Bar umfunktionierten VW-Bus gemeinsam mit den beiden.

In Bangkok kann man sich sehr gut treiben lassen und einfach die verschiedenen Menschen beobachten und die Atmosphäre genießen. Genau das haben wir dann auch die meiste Zeit gemacht. Um den Entspannungsfaktor noch ein wenig zu erhöhen, haben wir uns auch noch fast jeden Tag eine einstündige Massage gegönnt. Und genau das machen wir jetzt wieder!

Morgen geht’s dann aber auf den Heimweg. Drückt uns die Daumen, dass jetzt wenigstens alle Flüge pünktlich starten und wir wolbehalten wieder zu Hause ankommen.

Bis ganz bald,

Oli und Marisa

 

PS: Denkt NICHT, ihr macht uns eine Freude, wenn ihr uns mit Thai-Curry und Reis empfangt. Nach zwei Monaten gedämpftem Reis mit Gemüse, Reis mit gebratenem Gemüse, Reis mit Gemüse in Curry-Sauce, Reis und süß-saures Gemüse etc. können wir es echt nicht mehr sehen :).

 

Die Kaosan Road – Bangkoks Travellerstraße schlecht hin. Hier gibt es alles vom Besuch einer abedlichen Ping-Pong Show über massenweise Klamotten bis hin zu Verkaufsständen für zum Beispiel einen internationalen Führerscheinen …

 

Straßenkreuzung mit Skytrain

 

MBK Einkaufszentrum vom mittleren Stockwerk aus

 

Oli findet Freunde

 

Drachenfische

 

Qualle

 

Kleiner Laden mit ein paar Ketten in Chinatown

 

Mittagsstimmung in Bangkok

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Ruhige Strandtage

Und wieder einmal schöne Grüße um die Welt!

Die erste Hälfte der vergangenen Woche war seeeehr entspannt. Wie bereits erwähnt ging es wieder nach Ko Samet, um vor dem (wegen der bisherigen Erlebnisse teilweise mit Unbehagen erwartetem) Großstadtbesuch noch ein paar Tage am Strand auszuspannen.

Momentan sind wir wieder mitten in Bangkok, die Erfahrungen hier werden aber nächste Woche gesammelt beschrieben. Der jetzige Eintrag dient also nur als kleines Update.

Anders als bei userer letzen Anreise auf die Insel haben wir uns diesmal nicht für ein Reisepaket entschieden, inzwischen sind wir ja Profis in dem Metier. Also ging es mit rumpeligem aber klimatisiertem Bus nach Rayong, von wo aus wir Anschluss zur Fährstadt Ban Phe suchen mussten. Dieser Anschluss hat sich als nette junge Frau herausgestellt, die allem Anschein nach auf dem Heimweg aus der Stadt noch ein paar Touristen aufgreifen wollte um ihre Spritkosten auszugleichen. Wieder in Ban Phe angekommen, erkannten wir sofort die wichtigsten Anlaufstellen wie Fähranleger, Guesthousestraße, 7Eleven und Büchertauschbörse wider. Allerdings muss sich der Ort in unserer Abwesenheit doch unterschwellig dramatisch verändert haben. Statt schnell, stinkend und stressig wirkte er jetzt ruhig, stinkend und provinziell.

Am nächsten Morgen ging es früh in Richtung Fähre und ab auf die Insel. Beim letzten Besuch hatten wir ein kleines, nettes Resort entdeckt, bei dem allerdings ohne Reservierung nichts zu machen war. Diesmal wussten wir Bescheid, also war alles kein Problem. Das Resort am Ao Nuan, in einer sehr kleinen und deshalb nicht von Touristen überrannten Bucht besteht aus ca. acht Holzhütten mit Wellblechdächern und einem etwas größeren, zentralen Restaurant. Wir fühlten uns komplett vom Rest der Insel (und der Welt sowieso) abgeschnitten und sind von morgens bis abends mit frischen Kokosnüssen und reifen Mangos am Strand gelegen oder haben das türkisblaue, klare Wasser genossen. So. Hoffentlich seid ihr jetzt alle neidisch.

Aber drei Tage süßes Nichtstun reichten dann auch wieder, deshalb ging es mit der Fähre zurück auf das Festland und dem Minibus ab in Richtung Bangkok. Sehr ausgeruht und relativ optimistisch…

 

FORTSETZUNG FOLGT!

 

Unsere bescheidene Bleibe in der Ao Nuan Bucht

 

Dinosaurierskelett unter unserem Bett

 

Traumstrand …

 

… mit unserer Hütte

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Endlich wieder Vollkornbrot!

Als Vorgeschmack auf unsere baldige Heimkehr war die letzte Woche sehr europäisch geprägt. Nach unsere verqueren Einreise nach Laos verbrachten wir in Pakxe nur wenige Tage.

Wir mieteten uns ein „Motorrad“, also einen etwas größeren halbautomatischen Roller, um einen Tagesausflug auf das nahegelegene und für seinen Kaffeeanbau bekannte Bolaven-Plateau zu machen. Das Mieten an sich war wieder mal kein Problem, außer dem Reisepass als Pfand und einer Unterschrift, mit der man sich für alles erdenklich Möchliche selbst verantwortlich macht, wollte die nette junge Dame (von Haus aus Masseurin) nichts sehen.

So machten wir uns auf den Weg nach Pakxong, wo wir den laut Reiseführer „im besten Sinne kaffeeverrückten“ Holländer Cornilius besuchen wollten, der anscheinend eine ganze Menge über Kaffee weis. Nach ca. 25km, also genau auf der halben Strecke zwischen den beiden größeren Städten, mitten im Niemandsland, verabschiedete sich plötzlich die Luft aus unsem Hinterreifen. Zum Glück konnten wir auf unseren ausgezeichneten Laotischkenntnisse zurückgreifen und uns so den Weg zum nächsten Hobbymechaniker erklären lassen. Vorbei an den grinsenden Dorfbewohnern schoben wir also unser Moped einen Kilometer weit und machten uns schon auf die saftige Rechnung gefasst, die man uns in unserer hilflosen Situation sicherlich präsentieren würde.

Der Mechaniker stellte sich dann als ausgesprochen freundlich heraus und mithilfe von Händen, Füßen und unserem Wörterbuch konnten wir uns während der Reparatur sogar nett mit ihm unterhalten. Nachdem er uns für 2€ einen neuen Luftschlauch in der Nachbarschaft besorgt hatte, verlangte er für die halbstündige Reparatur 50ct. und wünschte uns viel Glück für die Weiterfahrt. Nach dieser Aktion kamen wir dann ohne weitere Zwischenfälle bei Mr. Coffee an, wo wir erst mal mit einem uuuunglaublich starken schwarzen Kaffee empfangen wurden. Bei einem weiteren Kaffee erzählte der Besitzer ein wenig von sich und den Kaffeeplantagen seiner Frau, auf denen er informative Führungen anbietet. Die Tour begann mit einem Platzregen und zwei Tassen Kaffee, um die Zeit zu überbrücken. Danach ging es auf die Plantage, wo wir lernten, dass die meisten Plantagen in Laos von einzelnen Familien in kompletter Handarbeit bewirtschaftet werden, wie wichtig Schattenbäume für das Aroma des Kaffees sind und dass die Ernte eines Kaffeebaums etwa 750g geröstete Kaffeebohnen ergeben. Weil wir so begeistert waren und schon alle einen ordentlichen Koffeinrausch hatten, zeigte uns Cornilius im Anschluss noch, wie man Kaffeebohnen im Wok röstet. Die Bohnen machen während der verschiedenen Röststadien verschiedene Knallgeräusche, die von Popcorn bis Feuerwerk variieren. Das wahre Geheimnis einer guten Röstung ist aber das Kühlen der Bohnen an der Luft! Zum Abschluss tranken wir dann noch eine Tasse selbstgerösteten Kaffee und verabschiedeten uns wieder nach Pakxe, um noch vor dem Feierabendverkehr anzukommen.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf zum letzten Grenzübertritt der Reise zurück nach Thailand. Da wir am zu Beginn der Reise eigentlich nur Bangkok und Chiang Mai gesehen haben, wollten wir jetzt nochmal gemütlich durch den Nordosten Thailands, den Isan, Richtung Bangkok reisen. Erste Station war bei Gerhard und Rattana in Roi Et. Gerhard ist ein ehemaliger Lehrer an Olis alter Schule, der mit seiner Frau letzten September alle Zelte in Deutschland abgebrochen hat und in den Isan gezogen ist. Die Gegend um Roi Et ist sehr untouristisch, was schon daran zu erkennen ist, das unser Reiseführer kein Wort darüber verliert. Da wir aber unseren privaten Reiseführer hatten, war das kein Problem. Gerhard besitzt zwei Motorräder (diesmal richtige), auf denen wir interessante Tagestouren unternahmen. Gleich beim ersten Ausflug zu einem schönen nahegelegenen Tempel bekamen wir die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Thais zu spüren, als uns ein paar ältere Damen, die gerade zu Mittag aßen, spontan einluden, mitzuessen. Dank der Thaikenntnisse von Gerhard wurden die Damen sehr gesprächig, was die Zeit sehr unterhaltsam machte.

Kulinarisch wurden wir bei Gerhard wieder auf Deutschland eingestimmt, da er uns mit Schwarzbrot, Salami, Mozzarella und Bratwürsten verwöhnte. Im örtlichen deutschen Restaurant erfuhren wir bei Schnitzel, Pommes und Weißbier so einiges über die politische Situation des Landes, über die Schwierigkeiten, vor die Einwanderer gestellt werden und über die kulturellen Besonderheiten der Thais. Nach drei interessanten Tagesausflügen mit viel engerem Kontakt zur Lokalbevölkerung als bisher mussten wir uns leider wieder verabschieden und unsere Reise Richtung Süden fortsetzen.

Unsere nächste Station war Korat, das touristisch nicht viel zu bieten hat. Zu allererst haben wir uns phänomenal verlaufen, bis wir an einer Bushaltestelle nach dem Weg gefragt haben und uns einer netter Herr ohne Englischkenntnisse und ohne weiteren Kommentar hinter sich hergewunken hat. Er führte sich erst einmal zu sich nach Hause, von wo er uns mit seinem Tuk-Tuk-ähnlichen Gefährt, mit dem er normalerweise Essen verkauft, zu unserem Hotel fuhr. Natürlich informierte er auf dem Weg die gesamte Nachbarschaft über die blöden Farangs, denen er aus der Patsche helfen musste. In dieser Gegend bleiben wir bestimmt ein paar Tage Dorfgespräch…

Zum Abendessen suchten wir aus den im Reiseführer vorgeschlagenen Restaurants „Chaz Andy“ aus. Wir erwarteten eine gemütliche Bierkneipenatmosphäre. Was wir antrafen war ein gehobenes Restaurant mit Schweizer Spezialitäten, wo es Designerwasser aus Norwegen gab, die Kellner ständig die Cola nachschenkten und die deutsch- und englischsprachige Speißekarte keine Rechtschreibfehler hatte. Sehr lecker und angenehm, da konnte man sich glatt noch einen Erdbeereisbecher zum Nachtisch gönnen.

Heute sind wir auf einem Ausflug nach Phimai, wo es eine alte Khmer-Ruine zu bestaunen gibt, die als Vorbild für Angkor Wat gedient haben soll und die ehemals durch eine breite Straße mit ihm verbunden war. Das echte Highlight von Phimai ist jedoch Sai Ngam, eine Insel, die weitgehend von einem 350 Jahre alten Feigenbaum eingenommen wird. Ob es sich um einen einzigen Baum mit vielen Luftwurzeln oder um mehrere ineinandergewachsene Bäume handelt, können wir nicht erkennen, allerdings spielt es auch keine Rolle, da das ca. ein Fußballfeld große Gebilde sehr beeindruckend ist. Die Atmosphäre auf diesem kleinen Inselchen ist wie geschaffen, um diesen Blogeintrag zu schreiben…

Morgen fahren wir weiter nach Ko Samet, an das sich aufmerksame Blogleser vielleicht noch erinnern. Dort wollen wir nochmal ein paar Tage die Sonne genießen und unsere Bräune festigen, bevor für die letzte Woche wieder nach Bangkok reisen.

Aloha,

Oli und Marisa

 

 Cornilius – Mr. Coffee – beim Bohnenroesten

 

 Oli als Biker

 

 

Gruppenfoto nach gemeinsamem Essen im Tempel

 

Tod hinterm Baum – Total verquerer Skulpturengarten von einem total verqueren Moench

 

Riesendrache beim Bewachen eines Tempels

 

Seerosenidylle

 

Sai Ngam – „Wunderschoener Feigenbaum“

 

 

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Angkor What?! oder Ameisen regieren die Welt

Sabai-dii alle zusammen! Schöne Grüße aus dem schönen Laos.

So schwer es uns gefallen ist, irgendwann mussten wir uns wieder auf die Reise begeben und Kambodscha verlassen. Wir haben aber den Beschluss gefasst, das Land in nicht zu ferner Zukunft wieder zu besuchen! Wir hatten hier die beste Zeit unserer bisherigen Reise, wozu auch die Erlebnisse der letzten eineinhalb Wochen beigetragen haben.

Anfang der Woche haben wir als „großartigen Höhepunkt einer jeden Südostasienreise“ (laut unserem Reiseführer) die alten Ruinen von Angkor bei Siem Reap besucht. Auch wenn die meisten von euch wahrscheinlich noch nie von ihnen gehört haben (wie auch wir vor Reiseantritt), spielen sie in der Größenordnung der alten Maya-Ruinen und sind sogar auf der Kambodschanischen Flagge verewigt. Auch wenn wir normalerweise nicht die „Ober-Tempel-Gucker“ sind, haben wir uns doch dazu entschlossen, uns ein 3-Tages-Ticket zu kaufen, um nicht durch die Anlagen hetzen zu müssen. Die Anlagen sind über mehr als 300 km² verstreut und noch nicht alle sind von Dschungel und Fliegerbomben befreit. Den ersten Tag bestritten wir aus finanziellen und sportlichen Gründen mit dem Fahrrad, für den zweiten Tag gönnten wir uns ein Tuk-Tuk, um auch weiter entfernte Tempel anschauen zu können. Auf halbem Weg fing das Tuk-Tuk dann an, rhythmische Klopfgeräusche von sich zu geben, was sich einige Kilometer später als platter Reifen entpuppte. Buddha sei Dank gibt es hier alle fünf Meter eine Werkstatt, sodass wir unsere Tempeltour bald wieder fortsetzen konnten.

Witzigerweise trafe wir in Siem Reap Sarah und Stefan, unsere österreichischen Freunde aus Ponsavanh in Laos wieder. Um uns als Sportskanonen zu beweisen, folgten wir ihrem Rat und besuchten am dritten Tempeltag eine 13km entfernte Ruinengruppe ebenfalls mit dem Rad, was O-Ton Sarah „ganz gemütlich“ sei. War es NICHT. Es war kein Fleckchen Schatten auf der gesamten Strecke, was sich in der Mittagshitze bei 36°C im nicht vorhandenen Schatten als leicht störend erwies. Die zwei Tempel am Ende der Strecke waren aber trotzdem schön.

Insgesamt waren die Tempelanlagen wirklich sehr beeindruckend und wir hatten sehr viel Spaß, wie ihr auf den Bildern unten bestimmt sehen könnt.

Drei Tage Tempel waren dann aber auch genug, soadass wir uns bald wieder zu unserem nächsten Ziel Ratanakiri im Nordosten des Landes aufmachten. Um die Monstertour nicht in einer laaaangen Busfahrt absolvieren zu müssen, machten wir einen Zwischenstopp in Kampong Cham, wo es nur ein Highlight gab: Unsere Duschbrause. Im laut Reiseführer angenehmsten Guest House der Stadt wurden im Bad seltsame Prioritäten gesetzt. Wir vermissten warmes Wasser, ein Waschbecken, einen Toilettenspülkasten und die Zimmerdecke (!). Dafür hatten wir aber eine Duschbrause mit LED-Leuchten, die die Wassertemperatur anzeigten. Luxus pur.

Die Provinzhauptstadt von Ratanakiri Banlung ist nur über eine staubige Piste zu erreichen und wird gerade erst zum Touristenmagneten. Unser supergünstiges Guesthouse war erst seit zwei Wochen geöffnet und noch nicht komplett fertiggestellt, sodass es statt LED-Dusche nun wieder einen Eimer und Kelle gab. Der Besitzer hatte eine ambivalente Haltung zu Reiseführern, die von „I’m not in the Lonely Planet but I don’t care“ bis zu „Please report me to the Lonely Planet if you like it“ reichte.

Ratanakiri ist für bekannt für seine Trekkingtrips und hat den größten Nationalpark Kambodschas, wo wir einen dreitägigen Dschungelspaziergang buchten. Am ersten Tag in Banlung mieteten wir uns jedoch zuerst Fahrräder und fuhren zu einem nahegelegenen Kratersee, der für die Lokalbevölkerung heilig ist und den wir uns darum ruhig und idyllisch vorstellten. Da jedoch am Vortag internationale Frauentag war, der den Kambodschanern drei Feiertage beschert, teilten wir uns den See mit einer Horde Schwimmwesten tragender und picknickender Kambodschaner. Der See war aber groß genug für uns alle.

Am nächsten Morgen ging es dann auf in den Dschungel. Zuerst ging es zum lokalen Markt um Proviant einzukaufen, wobei Oli fast auch Vegetarier geworden wäre. Der gesamte Proviant für die drei Tage in der Sonne (inklusive rohes Fleisch) wurde hier eingekauft und ungekühlt in den Rucksäcken verstaut. Es folgte eine eineinhalbstündige Motorradfahrt über eine Staubpiste in teilweise zentimetertiefem Sand, nach der wir eine Dusche wirklich dringend nötig gehabt hätten. Zum Glück hatte wir bei der darauffolgenden Bootsfahrt zum Virachay-Nationalpark die Gelegenheit, uns im Fluss abzukühlen. Den Rest des Tages verbrachten wir im Yon-Dorf, der letzten Siedlung vor dem Nationalpark. Hier wurden wir wie Gäste aufgenommen und verbrachten den Abend mit einigen Männern aus dem Dorf. Dank einer Ampulle Reiswein und einem Kartenspiel verstanden wir uns trotz Sprachbarriere sehr gut und Oli konnte mit seinen phänomenalen Kartentricks wieder mal mächtig Eindruck schinden. Nach einer ersten ungewöhnlichen Nacht in einer US-Army-Hängematte (wir vermuten noch aus Vietnamkriegszeiten) ging es am nächsten Morgen zusammen mit dem Hawaiianer Kevin, unserem Guide Sou und dem Dorfvorsteher Bat ab in den Dschungel. An dieser Stelle hätten wir stutzig werden müssen, denn Sou trug diesmal nicht die obligatorischen Flipflops, sondern richtige Wanderschuhe. Der Trip führte diesmal nicht über ausgelatschte Wanderwege, sondern quer durchs Dschungeldickicht, wobei uns unsere Guides mit der Machete mehr oder weniger einen Weg bahnten. So lernten wir den Dschungel hautnah kennen, hauptsächlich in der Form von fiesen Dornen, tückischen Stolperfallen und riiiiiesigen roten Ameisen. Nach siebenstündigem Fußmarsch erreichten wir unseren Lagerplatz, wo wir wieder unsere Hängematten aufspannten. Im Dschungel wird es nach Sonnenuntergang sehr schnell sehr dunkel und auch sonst gibt nicht viel zu tun außer den Sternenhimmel zu bewundern, was einem aber von den Ameisen schnell verleidet wird. Friedlich und idyllisch ruhig ist es übrigens auch nicht, denn die Lautstärke der Geräuschkulisse ist vergleichbar mit einer vielbefahrenen Straße. Nachts die Hängematte zu verlassen ist übrigens auch nicht empfehlenswert, da die Ameisen ihr Territorium sofort mit Säureattacken verteidigen. Ja, die Ameisen haben uns wirklich gequält. Vor allem Marisa.

Kurz nach Sonnenaufgang und einem nahrhaften Reis-mit-Fisch-Frühstück ging es zurück ins Yon-Dorf und von dort aus wieder nach Banlung. Der Trek war wirklich ein einmaliges Erlebnis und sehr empfehlenswert.

Auf dem Trek lernten wir übrigens, dass Ratanakiri die Provinz ist, aus der die leckeren Cashewkerne kommen. Auf dem Weg passierten wir unzählige Plantagen. Die reifen Früchte haben die Form einer Paprika, schmecken aber nicht wirklich.

Am nächsten Morgen brachen wir nach Pakse in Laos auf, wobei die Fahrt bis zur laotischen Grenze sehr unspektakulär verlief. Als einzige Reisende nach Pakse sollten wir die Grenze zu Fuß überqueren und dort auf den Anschlussbus warten, der voraussichtlich anderthalb Stunden später kommen sollte. Solange konnte wir den laotischen Grenzposten bei ihrer Hauptbeschäftigung, dem Boule spielen, zusehen, in dem sie offensichtlich sehr geübt waren. Als es drei Stunden später langsam zu dämmern begann und immer noch kein Bus gekommen war, wurden wir langsam unruhig und versuchten, die auf unserem Ticket angegebenen Telefonnummern zu erreichen. Laut der netten Bandansage waren aber alle Nummern zur Zeit nicht erreichbar und auch sonst wusste am Grenzposten keiner über unsere Busgesellschaft Bescheid. Um die Nacht nicht im Freien verbringen zu müssen, stiegen wir in den nächsten passierenden Bus und bezahlten den restlichen Weg doppelt. Wie wir später erfuhren, passiert so etwas häufiger bei grenzüberschreitenden Busfahrten.

Jetzt sind wir in Pakse, der drittgrößten Stadt Laos und planen einen Ausflug auf das nahegelegene Bolavenplateau, das unter anderem für seinen Kaffee bekannt ist. Übermorgen wollen wir aber schon wieder nach Thailand aufbrechen, wo wir die letzten zwei Wochen unserer Reise verbringen wollen.

Auf bald, Oli und Marisa

Angkor Wat

 

Sonnenuntergang in der Tempelstadt

 

Marisa als Apsara

 

Überwachsene Ruine im Dschungeltempel, auch „Tomb Raider Tempel“

 

Oli bei ausführlicher Tempelerkundung

 

Luxusbadezimmer (man beachte die LED-Duschbrause)

 

Reiswein Trinken im Yon-Dorf

 

Dschungelcamp

 

Cashew-Frucht

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We love Cambodia

Erstens: Kambodscha ist geil.

Zweitens: Es gibt wider Erwarten doch schlimmere Arten zu reisen als im vietnamesischen Minivan.

Einen wunderschönen guten Tag aus Siem Reap,

die letzten Woche in Kambodscha war auf jeden Fall eine der eindrücklichsten unserer Reise. Nichtsahnend sind wir letzten Montag von Phnom Penh zum Strandurlaub nach Sihanoukville aufgebrochen. Zusammen mit unseren Schweizer Freunden machten wir uns auf die 5½ Stunden dauernde 4-Stunden-Fahrt. Wir quartierten uns in einem Guesthouse direkt am Strand, ein wenig abseits der Partymeile, ein und alles Zeichen waren auf ein paar Tage süßes Nichtstun am Strand ausgerichtet.

Und dann kam Aja.

Kaum saßen wir an der Strandbar zum Mittagessen, sprach uns ein redefreudiges kambodschanisches Mädel an, die sehr gut englisch sprach und uns freundlich und hilfsbereit über Sihanoukville erzählte.

Die nächsten Tage verbrachten wir zusammen am Strand. Wenn Aja und ihre Freundinnen/Cousinen Serom (von uns liebevoll in Crazy Girl umbenannt) und Saron uns gerade nicht die Nägel machen, Haare entfernen (Aua! Marco hätte fast geweint) oder massieren wollten, womit sie ihr Geld verdienten, saßen sie einfach so bei uns. Bei vielen Diskussionen, ob jetzt weiße oder braune Haut schöner sei, ob es wirklich nötig ist, sich mit vier Paar Socken, Jeans und zweit Sweatshirts vor der Sonne zu schützen und ob der bleiche 17-jährige Holländer auf der Nachbarliege nun ein Babyface hatte oder nicht, hatten wir die ganze Woche extrem viel Spaß. Ein Vorurteil über Kambodschaner, nämlich dass sie ständig singen, bestätigten die drei Mädels wieder und wieder mit ihren Wortfetzen amerikanischer Dancefloor-Mukke („Time to say Hellooooo“, „All day… all night… WHAT THE FUCK“).

Direkt am zweiten Abend lud uns Aja zu sich nach Hause zum Essen ein. So sind wir in eine Ecke der Stadt gekommen, die wir sonst nicht gesehen hätten und aßen mit der ganzen Familie, die sich um und auf dem Tisch versammelt hatte (für uns wurden extra Plastikstühle organisisert), „real Khmer food“: gebratenen Fisch, Gemüse und Reis. Seeehr lecker.
Ajas Familie lebt in sehr einfachen Verhältnissen in zwei Zimmern mit nackten Steinwänden und Wellblechdach ohne fließendes Wasser. Sie waren aber extrem gastfreundlich und haben sich förmlich überschlagen, uns ihr Essen und ihre spezielle „Fisch-in-Salat-wickeln-Methode“ zu zeigen.

Die folgenden Tage gingen wir öfters mit den Mädels Essen und Cocktails trinken. Dadurch kamen wir in den Genuss von typisch kambodschanischem Essen wie in der Schale gegrillte Muscheln und gegrilltem „Red Snapper“. Im Gegenzug waren die Kambodschanerinnen aber nicht bereit, westliches Essen zu probieren. Die Mutigste, Aja, knabberte gerade mal am Belag der Pizza. Genauso verschmähten sie alle Arten von Cocktails außer Vodka Red Bull, der ihnen, egal welche Mischung, grundsätzlich zu stark war.

Kurz gesagt, wir sind in Sihanoukville hängen geblieben. In der Zeit, die wir mit Aja, Serom und Saron verbracht haben, haben wir die drei besser kennen gelernt und auch einige Dinge über ihre nicht einfache Kindheit erfahren. Als wir nach einer knappen Woche mit dem Versprehen, wiederzukommen abgereist sind, ist uns der Abschied sehr schwer gefallen.
Auch von Marco und Fabienne mussten wir uns hier verabschieden, da die beiden noch mehr Zeit im Süden Kambodschas verbringen wollten.

Für Samstag haben wir uns Tickets für die 11-Stunden Fahrt nach Siem Reap gekauft.
Los ging es schon morgens um halb sieben, so dass wir damit gerechnet haben, spätestens um 19 Uhr in der Stadt bei den alten Khmer-Ruinen anzukommen.
Beim Buswechsel in Phnom Penh luden wir unser Gepäck in den bereitstehenden Bus nach Siem Reap, stellten dann aber fest, dass unsere Tickets erst für den eine Stunde später galten. Doch weil die gesamte Besatzung zu faul war, unser Gepäck wieder auszuladen, durften wir spontan mitfahren. Wir fanden uns sehr gewitzt, da wir ja nun eine Stunde früher ankommen würden, also so gegen 18 Uhr! Juhuu!

Um 20:10 Uhr ist unser Bus dann eine Stunde von Siem Reap enfernt liegen geblieben. Mist.
Ein paar wirklich gewitzte Einheimische sind sofort auf einen haltenden Bus aufgestiegen. Während wir noch unter den Beteuerungen unseres nicht-des-englischen-mächtigen Busfahrers, er könne den Bus sofort reparieren, überlegten, ob wir unser Gepäck aus der Ladeluke nehmen sollten, fuhr der zweite Bus aber leider schon wieder weiter.
Also mussten wir neben der Straße im Dunkeln und unter Moskitoattacken warten. Der Bus konnte nicht repariert werden. Natürlich. Dafür kam nach einiger Wartezeit ein Pickup, der die restlichen elf Reisenden auf seiner Ladefläche zum Zielort bringen sollte. Und das ist nun eine wirklich unbequeme Art zu Reisen. Zu elft, mit Gepäck (inklusive Reissack) auf die Ladefläche eines Pickups gequetscht, viel zu schnell nachts über die Straßen Kambodschas holpernd.

Statt also (wie geplant) um 19 h oder (wie gehofft) um 18 h sind wir um 21:40 h vor dem Guesthouse angekommen, wo wir den Tag mit Bier, Pizza und Gitarre gemütlich ausklingen lassen konnten.

Ab heute Abend dann wieder Kultur pur. Die alten Tempelanlagen von Angkor warten auf uns.

Genießt den Frühling und die Krokusse,

Marisa und Oli

P.S: Fotos werden noch nachgereicht. Wir hatten eine professionelle Fotografin angestellt, die Bilder werden zur Zeit noch überarbeitet.

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Goodbye Vietnam, Hello Cambodia

Sua-sdey!

Die letzte Woche war größtenteils nicht so spannend wie die bisherigen, was man schon daran sieht, dass wir nur 12 Fotos anstatt der sonst üblichen 200 geschossen haben.

Da das Wetter in Nha Trang alles andere als strandtauglich war, mussten wir anderweitig Beschäftigung finden. Beim Erkunden der Stadt stießen wir auf ein Schild, dass ein 3D-Kino bewarb. Auf die Frage hin, was denn am Abend gezeigt wurde, bekamen wir ein dickes Buch in die Hand gedrückt mit den Worten: „You choose.“ So kam es, dass wir uns für 1,50€ sowohl den Film als auch die Zeit im Kino selbst aussuchen konnten und wahrhaftig sogar noch ein Getränk im Preis inbegriffen war.

Nach ansonsten unspektakulären Chillertagen (mal abgesehen davon, dass wir im Restaurant mit der unfähigsten Bedienung der Welt waren) beschlossen wir, so schnell wie möglich nach Kambodscha weiterzureisen, dort auf freundlichere Menschen und eine angenehmere Atmosphäre zu treffen. Wir begaben und auf die Tagesreise nach Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals Sai Gon), wo wir endlich wieder auf brütende Sonne trafen. Schon morgens um 8 Uhr, als wir ein bisschen Tai-Chi-ler im Park stalken wollten, brannte die Sonne wie bei uns um die Mittagszeit im August. Es kam auch nur eine von uns auf die Schnapsidee, dass jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, Sonnencreme abzusetzen.

Nach einem Tag Reisepause in der Großstadt ging es wieder im Bus über die Grenze ins 250km entfernte Phnom Penh. Wie haben zwar für das Visum seltsamerweise kein Passfoto gebraucht (unser Busfahrer hat das für 3$ extra gemanaged), dafür wurden alle unsere Fingerabdrücke genommen und unsere Körpertemperatur gemessen. Im Bus lernten wir ein Schweizer Paar (Marco und Fabienne) kennen, mit denen wir seitdem unterwegs sind.

Jetzt sind wir also in Phnom Penh und schwitzen. Zum Glück haben wir eine Klimaanlage im Zimmer, so dass wir uns ab und zu  bei angenehmen 27°C abkühlen.

Gestern besuchten wir die Killing Fields und das Völkermordmuseum. Wie wir lernten, hat Kambodscha eine ähnlich tragische Geschichte wie Deutschland. In den Jahren des Pol Pot-Regimes (1975-1979) wurden innerhalb von 3 Tagen alle Städte Kambodschas evakuiert und aufs Land umgesiedelt, um einen Bauernstaat aufzubauen. Schulen und Krankenhäuser wurden umgehend geschlossen, Intellektuelle und sonstige Staatsfeinde ermordet. Als intellektuell galt schon, wer eine Fremdsprache beherrschte, eine Brille trug oder feine Hände hatte. In den vier Jahren des Regimes wurden 2mio. von 8mio. Kambodschanern getötet.

Der Besuch des Museums, das in einem ehemaligen Gefängnis eingerichtet ist, und der dazugehörigen Exekutionsstätten (heute Killing Fields) außerhalb der Stadt war sehr eindrücklich. Besonders die Fotos der Gefangenen, die vom Regime zur Dokumentation aufgenommenen wurden und heute zu Tausenden auf großen Stellwänden ausgestellt sind, hinterlassen ein beklemmendes Gefühl.

Eine schöne Seite von Kambodscha ist das Essen. Nach zwei Wochen Vietnam ist es eine echte Offenbarung. Gleich am ersten Abend gingen wir in eins der vielen Straßenrestaurants und, oh Wunder, das Essen schmeckt wieder richtig lecker. Obst ist hier schon deutlich reifer als im „kalten Norden“, wir haben uns direkt auf dem Markt mit Rambutan und Mangostan(s.Foto) eingedeckt und diese bei Livemusik genossen.

Kulinarisch getoppt wurde das Essen bereits am zweiten Abend, wiederum in einem lokalen Restaurant. Wir waren wirklich die einzigen Europäer im ganzen Lokal und nachdem die Bedienungen kaum Englisch sprachen, waren wir froh, dass wenigstens die Speisekarten ins Englische übersetzt waren. Oli und Marco wagten sich an ein Froschgericht, was (O-Ton) „Besser als Chicken“ und sicher nicht das letzte Frosch-Ma(h)l war. Nur kurz kam ein seltsamer Moment auf, als ein Paar Froschaugen aus dem Teller glotzten. Eine Überwindung war es auch, gebrauchte Papierservietten einfach auf den Boden zu werfen. Erst hatten wir, wie gewohnt, unseren Abfall auf dem Tisch auf einen Haufen gestapelt…damit waren wir aber wieder im ganzen Restaurant die Einzigen. Also haben wir beschlossen, uns anzupassen und einfach alles unter den Tisch fallen zu lassen. Komisches Gefühl.

Morgen geht’s es wieder weiter, erst einmal nach Sihanoukville an den Strand. Hoffentlich endlich bei Sonnenschein.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

 

Ho-Chi-Minh Stadt

 

Goodbye Vietnam …

 

Mangostan (links) und Rambutan (rechts)

 

Kambodschanische „Tankstelle“

 

 

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Kjuus mii…!

Quizfrage zum Einstieg: Wie viele Menschen passen in einen Van mit 15 Sitzen?

a) 15 b) 20 c) 25 d) 30

Auflöung folgt.

Guten Morgen allerseits,

für alle, die unseren ersten Blogeintrag nicht aufmerksam gelesen haben: Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt sechs Stunden. Während ihr also noch in euren Betten schlummert, genießen wir schon unsere Fruchtplatte.

Nachdem wir im letzten Eintrag ja ein bisschen besorgt waren, ob die vietnamesischen Schlafbussen nun wirklich bequemer sein würden, müssen wir sagen: Es gibt sich nichts. Wenn das Bett die ganze Zeit von Schlagloch zu Schlagloch geschleift wird, kann der Bus auch noch so neu sein. Bequem ist anders.

Unsere nächste Station war Hue, das die Verbotene Purpurne Stadt als Zentrum hat, ehemals Sitz des Kaisers. Die schöne, weitläufige Anlage läd zum Flanieren ein und die typischen asiatischen Dächer sehen wirklich aus wie im Computerspiel Der letzte Kaiser! Da die Kaiser auch nur Menschen waren und irgendwann zwangsläufig das Zeitliche gesegnet haben, gibt es in der Gegend um Hue prächtige Grabanlagen, natürlich strikt nach Feng Shui erbaut.

In unserem Reiseführer sah es so aus, als lägen die Anlagen alle außerhalb der Stadt, also mieteten wir uns Fahrräder und machten uns auf den Weg. Nach drei Kilometern dämmerte uns, dass Hue vielleicht doch etwas größer sein könnte als gedacht, denn der städtische Verkehr wollte nicht enden. Doch die Fahrt war es wert, denn besonders die bescheidenen Grabanlagen des melancholischen Kaisers/Poeten Tu Duc waren wirklich imposant.

Um doch ein bisschen von der Umgebung zu sehen, beschlossen wir, noch eine etwas größere Runde mit dem Rad zu drehen. Als dann 50m hinter den Grabstätten die geteerte Straße einfach aufhörte und ein Feldweg weiterführte, waren wir doch etwas überrascht, ließen uns von diesen Widrigkeiten aber nicht abhalten. Immerhin hatten wir EIN Mountainbike. Da sich unser Reiseführer nicht als die zuverlässigste Kartenquelle herausstellte, musste wir öfters nicht-englischsprachige Vietnamesen um Rat fragen, die uns sicher wieder nach Hue zurückführten.

Hue liegt in Zentralvietnam nahe der ehemaligen Grenze von Nord- und Südvietnam. Dort wurde vor dem Vietnamkrieg ein 10km breiter Streifen als Demilitarisierte Zone (DMZ) ausgewiesen, wo ironischerweise die meisten Gefechte stattfanden und Bomben abgeworfen wurden.

Wir entschlossen uns, eine von einem Kriegsveteranen geführte Tour in dieses Gebiet zu unternehmen. Er kämpfte damals auf der Seite der Amerikaner, im heutigen vietnamesischen Sinne der falschen Seite. Seine Erzählungen über Zustände im Krieg und sein Leben nach dem Krieg waren sehr eindrücklich. Auch beeindruckend waren die unterirdischen Tunnelsysteme, in denen ganze Dörfer vier Jahren lang aus Angst vor Bomben lebten.

Für unsere Weiterfahrt nach Hoi An organisierten wir uns eine Motorradtour. Unsere Fahrer Hai und Mr. #10 machten ihre Sache sehr gut und kannten einige gute Aussichtsplätze für hinreißende Panoramafotos. Wir fuhren über einen Pass, der laut Reisführer die natürliche Grenze zwischen Nord- und Südvietnam darstellt und angeblich als Wetterscheide wirkt. Unsere Hoffnung, hier das aus China nach Süden ziehende kalte Wetter abzuschüttln, war also nicht ganz unbegründet.

Ob nun der Klimawandel schuld ist, oder schlechtes Karma, auf jeden Fall regnete es in Hoi An stärker als in Hue.

Das Städtchen Hoi An wird oft als Highlight einer Vietnamreise gepriesen, da es die letzten 100 Jahre anscheinend unverändert überdauert hat und durch seine verkehrsberuhigte Altstadt mit vielen asientypischen Lampions sehr beschaulich wirkt. Beim abendlichen Bummel durch die verregneten Gassen fragten wir uns jedoch ernsthaft, wo zwischen den unzähligen Schneidereien und Lampiongeschäften eigentlich die 800 Häuser stehen sollten, die zum Weltkulturerbe erklärt wurden.

Da Dösen am Strand also wiedermal flach fiel, nutzten wir die zwei Tage in Hoi An, um uns einen Anzug (Oli) und einen Blazer (Marisa) maßschneidern zu lassen. Klingt vielleicht ein bisschen dekadent, aber wir schleppen die Sachen zur Buße auch noch sechs Wochen mit uns rum ;).

Da der Sonne-und-Strand-Entzug mit jedem Tag größer wurde, entschlossen wir uns, einen weiteren 500km-Sprung nach Süden zu unternehmen. Diesmal wollten wir uns die Nachtfahrt ersparen und nahmen deshalb einen Bus um 6Uhr morgens, der uns in 12h nach Na Trang bringen sollte, das, wie sich später herausstellte, ein Badeparadies für Russen ist.

Die Fahrt begann unspektakulär in einem 12-Sitzer-Minivan mit einer gemischten Gruppe aus Touristen und Einheimischen. Nach einige Stunden, hielten wir plötzlich, unser Gepäck wurde ausgeladen und ohne Kommentar mit uns beiden zusammen in einen anderen Minivan verfrachtet.

Jetzt ging das Abenteuer richtig los: Die 15 Sitze des Vans füllten sich immer schneller mit Vietnamesen, von denen keiner, nicht einmal der Fahrer englisch sprach. Dementsprechend waren wir wieder einmal Kuriositäten, die angestarrt und an Händen und im Gesicht angefasst wurden. Unsere nicht zu verachtende Bräune wurde natürlich nicht gewürdigt, sondern schlicht als „weiß“ abgetan, was hier in Südostasien jedoch als Schönheitsideal gilt.

Berührungsängste durfte man in diesem Van sowieso nicht entwickeln, da wir schon beim Losfahren 24 Leute auf 15 Sitzen waren. Wie wir feststellten, fungieren diese Minivans hier als eine Art Linienbusse, die immer wieder Leute am Wegrand aufgabeln und gegen Entgelt an ihrem Wunschort absetzen.

Bei der Mittagspause behinderten uns unsere mangelnden Vietnamesischkenntnisse wieder einmal, doch mit Hilfe unseres Reiseführers stammelten wir gekonnt die Worte „Reis“ und „Gemüse“, was uns den Genuss von Hühnerbeinen ersparte.

Nachdem die Anzahl an Mitreisenden bisher zwischen 18 und 25 schwankte, tauchte vor uns plötzlich ein Minivan auf, der eine Panne zu haben schien. Da wir ja noch mehr als genug Platz für die Gestrandeten hatten, nahmen wir großzügigerweise alle auf, sodass sich am Ende 32 Menschen auf 15 Sitze quetschten. Quizfrage gelöst.

Diese Fahrt war wirklich eine tolle Erfahrung abseits der Touristenpfade. Vor allem unsere Sitznachbarin war sehr nett. Immer wieder versuchte sie ein Gespräch mit uns zu beginnen und am Ende teilten wir sogar unsere Kekse.

Trotzdem gab es auch bei dieser Fahrt eine Schattenseite, wie wir sie schon oft in Vietnam erlebten. Deutlich stärker als in Thailand und Laos hat man hier das Gefühl, als Tourist diskriminiert und ständig verarscht zu werden. Wer etwas zu verkaufen hat, ist sehr aufdringlich und oft nur solange freundlich, bis das Geschäft über die Bühne ist. Inzwischen haben wir aufgehört, auf das von überall her gerufene: „Kjuus mii. Where are you from?“ zu reagieren. Ständig beschleicht einen das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden.

Speziell bei unserer Busfahrt wurden wir nicht wie alle anderen Mitreisenden am Wunschort rausgelassen, sondern ca. 4km vom Zentrum entfernt in einem Vorort an einem Motorrad-Taxistand aus dem Bus geschmissen. Bevor wir reagieren konnten, war unser Gepäck ausgeladen, sodass uns keine andere Möglichkeit blieb, als auszusteigen. Genervt ignorierten wir die Fahrer, die uns weißmachen wollten, es wären 25km zum Zentrum und machten uns zu Fuß auf den Weg. Hätten wir diesen Artikel auf unserem einstündigen Fußmarsch verfasst, wäre er um einiges vulgärer ausgefallen…

Da wir nun erstmal genug von der vietnamesischen „Kultur“ haben, bleiben wir ein paar Tage im Touristenort Na Trang und legen uns unter bewölktem Himmel ans Meer.

Liebe Grüße, Oli und Marisa

Eingangstor zur Verbotenen Purpurnen Stadt

 

Immer präsentes Reisfeldpanorama

 

Impressionen der Fahrradtour

 

Standardmäßig beladener Rollerfahrer

 

Panorama hinter dem Wolkenpass

 

Verregnetes Hoi An

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